Volleyball-Turnier 2008
Unter den vielen guten Gründen, die uns zum Sportiven drängen, scheint die Mehrzahl zu den „Vernunftgründen“ zu zählen: Der Wunsch nach Entrundung der Körperformen, die Angst vor diversen Zipperlein mit sechzigplus etc. treibt den Vernunftmensch zu seiner täglichen Fitnesseinheit.
Ganz anders hingegen der Volleyballmensch: Der verbissene Kampf gegen die eigenen Körpergrenzen ist ihm fremd. „Ich denke, also spiele ich“ ist für den Gemütsmenschen als Antrieb nicht genug der Volleyballmensch ersehnt sich eine Belohnung, die über körpereigene Endorphine hinausgeht.
Was treibt ihn also zu seinem Tun, das schließlich nicht ohne Risiko ist (Baggerprellungen, Schmettertrauma)? Warum gerade ein Sport, der mit vorzeigbaren Belohnungen wie rascher Hüftabschmelze geizt, der weder gesellschaftlichen Aufstieg (Golf) oder wenigstens die Bewunderung untätiger KollegInnen verspricht (Marathon)?
Die Antwort liegt wie immer auf dem Platz, genauer auf dem des SPOK in Pankow, auf dem sich unser Schildkröten-Team auch dieses Jahr wieder mit den besten Betriebsmannschaften Berlins maß. Die Antwort hat wie immer eine Zeit, genauer am 3. September 2008 gegen halb vier Uhr nachmittags. Um diese Zeit an diesem Ort dämmerte 8 Volleyballmenschen langsam, warum sie diesen Sport gewählt haben und nicht Golfer, Marathonläufer oder Fitnessstudiogänger geworden sind: In diesem Moment nämlich standen diese 8 Schildkröten-KollegInnen an der Schwelle der - Unsterblichkeit!
Der Traum von Ewigkeit er war zum Greifen nahe denn in diesem Moment hatten sie im Viertelfinalspiel den ersten Satz mit 15:12 gegen einen übermächtigen Gegner für sich entschieden: „Jobcenter I“! Das Bayern München der Betriebsvolleyballmannschaften, Seriengewinner des SPOK-Turniers, haushoher Favorit und scheinbar uneinnehmbar wie Fort Knox. Wie die tapferen Gallier hechtete, blockte und schmetterte das Schildkröten-Team, um die zunehmend nervöser werdenden Jobcenter-Profis in die Knie zu zwingen. Frenetisch angefeuert von unserem nimmermüden grün-weißen Fanblock gelang Übermenschliches, der Sieg wäre verdient gewesen jedoch: Am Ende siegte (einmal mehr) die kühle Routine des Favoriten über die Glut der Leidenschaft. Tja!
Nicht die Unsterblichkeit stand zu Buche, aber immerhin Platz 5!
Wer hätte nach dem ersten Spiel gegen die KollegInnen von Zukunftsbau eine solche Leistung noch erwartet? Unser Team kämpfte verzweifelt - vor allem gegen sich selbst. Kein Ball wollte gelingen, das Netz schien ein Meter höher als gewöhnlich, die Linien des gegnerischen Platzes enger gezogen als die eigenen und es war, als wehte ein hämischer Wind unsere Bälle immer wieder ins Nichts. Was tun? Da kam Aufbaugegner Goldnetz II gerade recht. Selbstbewusstsein und Ballsicherheit waren wieder hergestellt und damit der Boden für die Semi-Sensation bereitet.
