Vote 5
Voluntarism – a bridge to learn.

Fünftes Projekttreffen in Velp (Holland) 2. - 4. April 2009



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Für den Fahrrad-Freund ist Holland ein Traum: schön flach und der Kauf von Fahrrädern wird subventioniert. So kommt es, daß es dort nicht nur viele Fahrräder gibt, sondern zuviele:  Übers Jahr sammelt die Stadt Amsterdam 2000 »ausgesetzte« Fahrräder ein.

Was das mit unserem VOTE-Lernpartnerschaftsprojekt zu tun hat? 400 dieser ungeliebten Amsterdamer Fahrräder fahren demnächst nach Budapest, verpackt in einen Container. Hier entsteht das erste Spin-off unserer Lernpartnerschaft: durch die Vermittlung des holländisches Projektpartners Scouting Gelderland  erhielten die ungarischen Kollegen von der Periferia-Stiftung diese Fahrräder von der Stadt Amsterdam geschenkt. Sie bilden demnächst in Budapest den Grundstock für „BoB“ (Budapest on Bike), ein gemeinnütziges Unternehmen, das diese Fahrräder reparieren, instandhalten, und verleihen - und gleichzeitig jungen Leuten eine Ausbildung zum Fahrradmechaniker ermöglichen wird.

Auf den Weg gebracht und durchgeführt wird dieses Projekt von freiwilligen Helfern - und hier sind wir wieder bei dem Thema Freiwilligenarbeit als Brücke in die Arbeitswelt, die im Zentrum unserer Lernpartnerschaft steht. Auch die freiwilligen Helfer des BoB-Projektes  werden durch diese gemeinnützige Arbeit auf dem Wege des Non-formalen Lernens Kompetenzen entwickeln. Wie nun kann man diese außerhalb des formalen Bildungssystems erworbenen Kompetenzen beschreiben, bewerten und zertifizieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Frühjahrs-Projekttreffens unseres hollandisch-ungarisch-deutschen Teams.  

Eigene Erfahrungen in der Freiwilligen-Arbeit reflektierend, machten wir uns in kleinen Arbeitsgruppen mit der STAR-Methode vertraut, die ausgehend vom Beispiel einer erfolgreich gemeisterten Situation oder erledigten Aufgabe dabei hilft, eigene Fähigkeiten selbst zu erkennen. Natürlich muß das Erkennen von Kompetenzen auch durch eine Fremdeinschätzung ergänzt und objektiviert werden.  Wir spielten eine Assessment-Situation durch und diskutierten darüber, über welche Fähigkeiten und Kenntnisse ein Assessor verfügen muß.

Diesen eher theoretischen Teil des Projekttreffens ergänzten wir durch »Feldstudien« vor Ort: wir besuchten das Niederländische Architektur-Freilichtmuseum in Arnheim, in dem abgerissene Gebäude aus dem ganzen Land wiederaufgebaut worden sind und im Ganzen ein plastisches Bild der ländlichen niederländischen Architektur ergeben - vom typischem Bauerngehöft über die Windmühle bis hin zum modernistischen Gerrit-Rietveld-Ferienhaus.

Im Rahmen unseres Themas interessierte uns besonders, daß 50 % der in diesem Museum erbrachten Arbeitsleistung von unbezahlten Freiwilligen verichtet wird (!). 350 Freiwillige, die den festangestellten Mitarbeitern gleichgestellt sind, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Anlagen und zum Besucherdienst. Und sie tun dies mindestens zweimal in der Woche und oft über Jahre hinweg. Wir sprachen mit dem Freiwilligenkoordinator Herrn Hoftjizer darüber, was die Helfer zu diesem Einsatz motiviert, was sie einbringen und lernen können, und wie dies anerkannt wird.

Ein letzter Programmpunkt war die Vorbereitung der Abschlußtreffens des Projektes, das vom 10. – 13. Juni in Budapest stattfinden wird. Höhepunkt des Treffens wird eine Konferenz mit Vertretern von ungarischen NGOs sein. Das VOTE -Team der Schildkröte bereitet eine kleine Ausstellung und einen Workshop über Instrumente zur Kompetenzerkennung und –stärkung vor und freut sich darauf, den Gästen über die gemeinsame Arbeit zu berichten.

Andreas Quappe

Mehr Information über das Projekt VOTE finden Sie unter  www.bridge-to-learn.org